Sonntag, 15. August 2010
Schluss...aus...vorbei?
Mittwoch, 4. August 2010
Ein Nachruf

Tja Herr Hayward, nun hast Du wohl doch eingesehen, dass es wohl besser ist von Deinem Posten zurückzutreten. Zu lässig schein Dein Umgang mit dem, was auf Deiner Bohrinsel passiert ist. Jetzt, nach einiger Zeit sind die Eckdaten ja auch recht dramatisch. Geschätzte 500.000 bis 1 Million Tonnen Rohöl gingen Deinem Konzern unfreiwillig durch die Lappen, direkt in den Golf von Mexiko. Nicht einmal 1/5 davon konntet Ihr vor der wütenden Bevölkerung der Küsten, der Fischer und vor allem der Flora und Fauna zurückhalten. Nun stehst Du und Dein Konzern ziemlich unglücklich da. Ihr werden das Flussdelta des Mississippi schädigen, Ihr werdet die einzigartige Vogelwelt schädigen, Ihr werdet die Meeresfrüchte schädigen und damit auch die Menschen, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Natürlich habt Ihr auch eine immense Luftverschmutzung durch das Abbrennen des auslaufenden Öls verursacht. All dies sind unglückliche Umstände, die aus dem trägen Krisenmanagement resultieren. Eure gut gemeinten Gegenmaßnahmen, wie die Dispersion des Öls durch große Mengen von Chemikalien (deren Langzeitwirkungen noch gar nicht bekannt sind), exotischen Unterwasseroperationen wie „Buttom-Kill“ und „Top-Kill“ konnten das austretende Öl kaum etwas entgegensetzen. Wenigstens (oder endlich) „Static-Kill“ scheint erfolgreich. All dies hat in dieser Wassertiefe noch nie jemand versucht. Ihr könnt euch also auf die Schulter klopfen. Jetzt nach einer Zeit von über 3 Monaten habt Ihr es scheinbar geschafft. Nicht schlecht. Dafür haben sicherlich viele Köpfe geraucht. Oder nicht?
Natürlich hat diese Katastrophe niemand kommen sehen, oder vielleicht doch? Jedenfalls hast Du, Herr Hayward, Dein altes Leben wieder zurück. Du musst keinen Kameramann mehr verscheuchen und Dir nicht mehr eingestehen, früher „kleine“ Fehler gemacht zu haben. Natürlich warst auch Du derjenige, der sich am sehnlichsten gewünscht hat, dass dieser Alptraum so schnell wie möglich endet. So recht schien Dir das keiner abzunehmen. Für all diese doch recht unüberlegten Äußerungen gibt es ja die seriöse Plattform Facebook, auf der man sich ganz zeitgemäß entschuldigen kann.
Du scheinst sogar intuitiv und hellseherisch zu handeln. Du Fuchs hast doch tatsächlich vor der Explosion der „Deepwater Horizon“ einen gewissen Anteil deiner BP-Aktien verkauft. Genial.
Nun ziehst Du also doch ganz geschickt die Notbremse. Übergibst dein Amt an Bob Dudley. Deine Tränen werden hoffentlich schnell trocknen, winken doch umgerechnet 14,1 Millionen Euro Abfindung und evtl. ein gesichertes Jahresgehalt samt Pensionsansprüchen. Wenn du Glück hast, findest Du also eine Position in einer Tochterfirma von BP.
Zurück lässt Du nur die mittlerweile wohl größte Ölkatastrophe der Menschheit. Elegant gelöst.
Wir wünschen Dir für Deine weitere (berufliche?) Zukunft alles Gute!
PS: Auf das BP nun wieder ein wenig mehr Gewinn erwirtschaftet. Lasst uns am Besten einfach so weitermachen wie bisher.
Quellen: Wikipedia, Der Standard, World Economic Forum
